In diesem Artikel erfahren Sie:
- Wie EBSCO künstliche Intelligenz (KI) einsetzt, um konkrete Herausforderungen zu lösen und einen sichtbaren Mehrwert zu schaffen.
- Wie Funktionen wie „AI Insights“ (Zusammenfassung wichtiger Kernpunkte eines Artikels) und die „Natural Language Search“ (Suche in natürlicher Sprache) Forschungsabläufe effizienter gestalten, ohne dass Forschende die Kontrolle verlieren.
- Wie Vertrauen, Transparenz und autoritative Daten die Basis der KI-Strategie von EBSCO bilden.
Künstliche Intelligenz (KI) verändert, wie Studierende, Forschende und andere Nutzer:innen Informationen finden, bewerten und nutzen. Bibliotheken spüren diese Entwicklung mehr denn je.
Vor Kurzen hat EBSCO ein Webinar mit dem Titel „AI at EBSCO: Our Approach and Impact“ durchgeführt. Darin erläuterten Mike Napoleone, Vice President of Product Management, und Ashleigh Faith, MLIS, PhD, Director of AI and Semantic Innovation, wie EBSCO künstliche Intelligenz mit Fokus auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Nutzer:innen, verantwortungsvolle Entwicklung und Zuverlässigkeit angeht.
Gerade für Bibliotheken ist dieser Fokus entscheidend. Im Webinar stand eine praktische Frage im Mittelpunkt: Wie kann KI den Recherche- und Forschungsprozess unterstützen und gleichzeitig kritisches Denken, Quellenbewertung und Informationskompetenz stärken?
Ein sich wandelndes Umfeld für Bibliotheken
Ashleigh Faith stellte die Diskussion, auch dank ihrer Erfahrungen im Bibliothekswesen, in einen für die Teilnehmer:innen nachvollziehbaren Kontext. KI mindert nicht die Bedeutung von Bibliothekar:innen, sondern macht sie vielmehr sichtbarer. Bibliothekar:innen unterstützen seit Langem bei der Bewertung von Quellen, beim Stellen der richtigen Fragen, beim Verifizieren von Informationen und beim sorgfältigen Recherchieren und Forschen. Diese Fähigkeiten bleiben auch im Zeitalter der KI unverzichtbar.
Mike Napoleone betonte, dass sich Bibliotheken in unterschiedlichen Phasen befinden: Einige Institutionen testen bereits KI-Tools und sammeln Feedback, während andere noch prüfen, was am besten zu ihrer Institution passt. Sein Rat war pragmatisch: Starten Sie mit den Einsatzbereichen, die Sie in Betracht ziehen, und vergleichen Sie diese mit den Zielen, Werten und Prioritäten Ihrer Einrichtung.
Er wies auch darauf hin, dass KI bereits Teil vieler Forschungsabläufe ist, Nutzer:innen aber bewusst damit umgehen. Viele schätzen die Geschwindigkeit und Nutzerfreundlichkeit, wissen aber, dass sie Quellen prüfen, Details verifizieren und weiterhin aktiv am Forschungsprozess teilnehmen müssen. In vielen Insitutionen ist die Erstellung von Richtlinien zum Einsatz von KI noch in der Entwicklung. Bibliotheken können hierbei eine führende Rolle übernehmen.
Der KI-Ansatz von EBSCO
Wie Mike Napoleone in dem Webinar erläuterte, ist der Ansatz von EBSCO zielgerichtet, kooperativ und fortlaufend in Entwicklung. Das bedeutet: Man startet mit konkreten Herausforderungen im Forschungsprozess, arbeitet eng mit Bibliotheken über Beta-Programme und Gespräche zusammen und verbessert Funktionen kontinuierlich anhand von Feedback und Ergebnissen.
Ashleigh Faith ging auf die Werte, die diese Arbeit leiten, ein, darunter Qualität, Informationskompetenz, Gleichheit und Transparenz. Sie betonte, dass Zuverlässigkeit im Mittelpunkt steht und von starken Quellen, klarer Dokumentation und sorgfältiger menschlicher Prüfung abhängt.
Zwei KI-Funktionen zur Unterstützung der Forschung
Im Webinar wurden zwei KI-Funktionen vorgestellt, die EBSCO im vergangenen Jahr in den EBSCO-Plattformen eingeführt hat: AI Insights und die natürliche Sprachsuche. Beide sollen den Forschungsprozess leichter und übersichtlicher machen und den Nutzer:innen gleichzeitig die Kontrolle über wichtige Entscheidungen lassen.
Abschluss und kurzer Ausblick
Das Webinar endete mit einem Blick in die Zukunft. Mike Napoleone gab einen Ausblick auf neue KI-Funktionen, die auf der Roadmap stehen und in einer Folgesession näher vorgestellt werden. Ashleigh Faith zeigte außerdem Beispiele aus den KI-Labs von EBSCO, wo unter anderem an Zitier-Validierung, Zitier-Diversität, semantischer Chunk-Retrieval und neuen Wegen gearbeitet wird, um zuverlässige EBSCO-Suchergebnisse in native KI-Anwendungen zu integrieren.
Eines der interessantesten Beispiele betraf Knowledge-Graphs und „Retrieval-Augmented Generation“ (RAG). Sie erklärte, wie autoritative „Linked Data“ KI dabei hilft, Entitäten präziser zu identifizieren und Halluzinationen zu reduzieren. Die zentrale Botschaft war klar: Die Zukunft der KI in der Forschung hängt nicht nur von besseren Modellen ab, sondern auch von stärkerem Kontext, besseren Daten und gründlicherer Überprüfung.
Das Webinar endete mit einer 20-minütigen Fragerunde mit dem Publikum. Dabei wurde deutlich: Obwohl die Sorgen bezüglich KI etwas abnehmen, bleiben sie weiterhin präsent. Die Teilnehmenden stellten wichtige Fragen zu EBSCOs KI-Ansatz, Nutzungstrends, kritischem Denken und mehr.